#freelance: Selbstmarketing für Freiberufler


Nicht jedem liegt die Kaltakquise. Zum Glück gibt es etliche Alternativen, mit denen Freelancer ihre Auftragslage ankurbeln können. Inbound- und Selbstmarketing sind die Stichwörter, die ihr kennen solltet. Einige Ratgeber empfehlen bis zu 20h/Woche in Selbstvermarktung zu investieren. Ich denke, dass das nicht nötig ist, wenn man gut auffindbar ist und smart netzwerkt.

Xing und Linkedin

Diese Karrierenetzwerke sind unverzichtbar: Wer hier etwas Zeit in ein aussagekräftiges Profil investiert, ist nicht nur sichtbar für Recruiter großer Firmen. Auch Startups und KMUs nutzen die Tools intensiv. Du kannst leicht mehrere hundert Views und eine Handvoll Anfragen pro Woche generieren und mit Kollegen oder Auftraggebern in Kontakt bleiben. Das sind meine Tipps:

  • Ein vollständiges Profil, in dem auch die jeweiligen Aufgabenbereiche der einzelnen Stationen klar werden.
  • Das Profilfoto vom Profi: Privataufnahmen und klischeehafte Businessposen würde ich allerdings weglassen und ein modernes, offenes Setting wählen.
  • Sichtbarkeit: Auf beiden Plattformen kannst du die Sichtbarkeit deiner Informationen einstellen. Potentielle Auftraggeber wollen ein rundes Bild von deinem Angebot bekommen.
  • Schlagworte: Optimiere dein Profil hinsichtlich relevanter Schlagworte. Diese findest du auf den Profilen deiner Mitbewerber und in relevanten Stellenausschreibungen. Versuche ganz gezielt zu optimieren und behalte deine Visits, Kontaktanfragen und Nachrichten im Auge – so bekommst du ein gutes Gefühl dafür, was funktioniert. Natürlich sollten sie vor allem im öffentlich sichtbaren Teil deines Profils auftauchen.
  • Suche/Biete: Dieser Bereich ist eine gute Möglichkeit, um dein Angebot zu bewerben. Auf deine Verfügbarkeit solltest du ebenfalls im öffentlich sichtbaren Profilbereich hinweisen.
  • Interessen: Was auf den ersten Blick nicht allzu wichtig wirkt, kann dir gute Leads für Nischenthemen einbringen.

Außerdem stehen Freiberuflern viele verschiedene Plattformen zur Verfügung, die ich mir nach und nach etwas genauer anschauen werde.

Upwork

Auf dieser Plattform kannst du wie auf Xing und Linkedin ein Profil sowie darüber hinaus auch ein Portfolio anlegen. Außerdem gibt es für jede Branche verschiedene Online-Tests, die du absolvieren kannst. Diese sind mal mehr und weniger anspruchsvoll, die jeweiligen Lösungen gibt es meist ohnehin im Netz. Wenn du über Upwork Aufträge annimmst, wird auch die Zahlung über die Plattform abgewickelt: entweder pro Auftrag oder pro Stunde, wofür es ein eigenes Tracking-System mit automatischer Rechnungserstellung gibt. Pro Zahlung behält Upwork 5-20 % deines Umsatzes (20% bei Aufträgen bis 500 €). Über die Plattform arbeiten kannst du erst, nachdem dein Profil freigeschaltet wurde. Das ist gar nicht so einfach – ich wurde abgelehnt, obwohl ich sehr detaillierte Angaben gemacht und einige Tests überdurchschnittlich gut abgeschlossen habe. Insgesamt kann ich Upwork vor allem Übersetzern SEO-Textern empfehlen, die hier viele Aufträge finden. Alles, was eher in die Richtung Werbung und Marketing geht, scheint weniger gefragt zu sein.

Fiverr

Hier werden vor allem Mikrojobs, so genannte Gigs, vermarktet. Jede Dienstleistung startet bei 5 $ und kann durch Upselling (z.B. schnelle Bearbeitung, mehr Überarbeitungsschleifen, größerer Umfang, Extras) erweitert werden. Auf Fiverr findet sich alles von Preisdumping bis zu echter Expertise. Während die Profile recht schlank gehalten sind, kann man mithilfe der Plattform detaillierte Angebote und Preismodelle und sogar Fragebögen für potentielle Auftraggeber entwickeln. Das Vertrauen der Kunden gewinnt man durch gute Bewertungen und Aufstieg in höhere Seller Levels. Kleine Gigs kann man tatsächlich schnell bekommen, aber um größere Projekte an Land zu ziehen muss man wirklich viel Kleinkram zu sehr günstigen Preisen machen. Für mich ist das jedenfalls nichts und auch als Kunde bin ich zwiegespalten: Entweder bekomme ich etwas nach Schema F oder bezahle jemandem deutlich zu wenig für ein individuelles Produkt.

truffls

Erst war ich skeptisch, doch dann hat eine Freundin über die truffls-App einen Job gefunden. Truffls funktioniert wie tinder. Also: App runterladen, mit Xing oder Linkedin synchronisieren, Jobsuche eingrenzen und losswipen. Für Texter und Kreative gibt es nicht allzu viele bzw. keine Stellen, aber im Bereich Content Marketing wurde ich fündig und habe prompt nach rechts gewischt. Nach ein paar Tagen kamen die ersten Anfragen. Leider habe ich nur Vollzeitjobs gefunden, sodass die App insgesamt nicht sehr hilfreich für Freiberufler ist.

Wantedly

Auch diese Plattform wollte ich ausprobieren, hier gab es aber ebenfalls keine Jobs in meinem Bereich.

To be continued! Auf meiner To-Do-Liste stehen noch Freelancer.de, Freelancermap und natürlich das Auge. Welche Netzwerke könnt ihr empfehlen?

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