#freelance: Scheinbar selbstständig?


Das Schreckgespenst der Selbstständigen und ihrer Auftraggeber ist die Scheinselbstständigkeit. Dennoch ist es schwer, umfassende und verständliche Informationen zu finden. Vielleicht kann ich das ändern.

Rechtliche Grundlage:

Der Deutsche Rentenversicherung Bund kann nach § 7a Absatz 1 Satz 1 Sozialgesetzbuch IV ein Statusfeststellungsverfahren einleiten, das die sozialversicherungsrechtliche Einordnung einer Erwerbstätigkeit zum Ziel hat. Das heißt: Er überprüft, ob eine Erwerbstätige selbstständig oder beschäftigt ist. Stellt er eine Scheinselbstständigkeit fest, kann er Sozialversicherungsbeiträge bis zu vier Jahre rückwirkend nachfordern.

§ 7 SGB IV, Absatz 1: „Beschäftigung ist die nichtselbständige Arbeit, insbesondere in einem Arbeitsverhältnis. Anhaltspunkte für eine Beschäftigung sind eine Tätigkeit nach Weisungen und eine Eingliederung in die Arbeitsorganisation des Weisungsgebers.“

Viele wissen, dass maximal 5/6 des Umsatzes von einem einzigen Auftraggeber stammen dürfen. Doch das ist nur eines der Kriterien, dass ihr auch in eurem eigenen Interesse beachten solltet. In den Jahren 2008/2009 änderte der DRV seine Entscheidungspraxis und schaut sich nun auch einzelne Auftragsverhältnisse im Detail an. Weisungsabhängigkeit und die Eingliederung in die Arbeitsorganisation des Auftraggebers sind daher ebenfalls wichtige Entscheidungskriterien.

Auf diese Faktoren solltet ihr achten:

  • Den Ort eurer Tätigkeit bestimmt ihr selbst.
  • Ihr seid nicht abhängig von der Infrastruktur des Kunden.
  • Als Freie seid ihr nicht eingebunden in die Organisation des Kunden.
  • Die Details eurer Tätigkeit sind nicht überwiegend verträglich geregelt.

Folgende Ratschläge möchte ich euch mit auf den Weg geben, damit ihr selbstständig und frei eurer Tätigkeit nachgehen könnt:

  • Alte Verträge prüfen und neue selbst verhandeln und gegebenenfalls ergänzen
  • Anfragen und Kommunikation archivieren und alle Geschäftsvorgänge dokumentieren
  • Unternehmerisch auftreten, zum Beispiel durch Eigenwerbung wie eine eigene Website, Visitenkarten usw.
  • Angemessene Honorare verlangen (Entscheidung des 2. Senats des Bundessozialgerichts (BSG) am 31. März 2017)
  • Sich nicht von einem Auftraggeber abhängig machen: Von der Umsatzregelung (max. 5/6 von einem Auftraggeber) mal abgesehen, setzt ihr euch sonst einem sehr hohen finanziellen Risiko aus.
  • Abrechnungen anhand einzelner Positionen bzw. Projekte sind in dieser Hinsicht sicherer als auf Stundenbasis.

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